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Making of Blitzlichtgewitter

 

„Unaufhaltsam“ lautet der Titel eines Gedichts von Hilde Domin über die Wirkung von Worten, die – einmal ausgesprochen – niemand mehr zurückholen kann. Der Text ging mir viel im Kopf herum, während ich BLITZLICHTGEWITTER schrieb. In dem Roman geht es zwar nicht um Worte, sondern zum die Macht der Bilder; beiden gemeinsam ist aber ihre „Unaufhaltsamkeit“ und das war es, was mich faszinierte, und was mir gleich eingefallen war, als ich erstmals Zeitungsartikel über „Happy Slapping“ gelesen hatte und über Handykontrollen auf dem Schulhof; phrasengetränkte Reportagen über ratlose Eltern und LehrerInnen, fassungslos angesichts der technischen Kommunikationsmöglichkeiten und kaum in der Lage, sich angemessen dazu zu verhalten. 

 

So sind es in BLITZLICHTGEWITTER zwar einerseits moderne Medien bzw. deren BenutzerInnen, die die Handlung in Schwung bringen, andererseits geht es aber auch um uralte Menschheitsfragen wie die nach Schuld und Rache oder aber eben nach der Rolle von Bildern in unserer Gesellschaft. Schließlich kamen die Menschen schon vor rund 3.000 Jahren erstmals auf die Idee von Bilderverboten („Du sollst dir kein Bild machen!“).

 

Irgendwo zwischen dem paranoiden Bilderhass von Leuten wie den Taliban und dem zwanghaften Treiben auf "youporn" liegt vermutlich die Antwort auf solche Fragen, die eines vor allem nicht sind: ein reines „Jugend-Phänomen“. Es ist halt eben nur so, dass wie so oft junge Menschen Entwicklungen vorwegnehmen, die die ganze Gesellschaft irgendwann betreffen.

 

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