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Making of "Ritter für eine Nacht"

 

„Ritter für eine Nacht“ ist nicht das erste Buch, das ich geschrieben habe, wohl aber das erste, das es zur Veröffentlichung gebracht hat. Ein Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensteraltes Manuskript  von mir, das ein bisschen ziellos durch verschiedene Lektorate geisterte, landete irgendwann beim Patmos-Verlag in Düsseldorf. Dessen Lektorin rief mich an und sagte in etwa zu mir: „Ich habe was von Ihnen gelesen, was ich nicht brauchen kann. Aber Sie können schreiben. Haben Sie nicht Lust, ein Kinderbuch für uns zu verfassen?“

Nein, hab ich nicht!, war mein spontaner Gedanke, aber ich bin froh, dass ich den für mich behalten habe, denn das war der Moment, an dem meine Karriere begann. Ich sagte also zu und rätselte und grübelte und ging irgendwann in den Keller und baute meine alte Burg von Playmobil® wieder auf. Sofort war ich zurück in der Welt meiner Kindheit, meiner Träume und Geschichten. Klar war: Es sollte um Ritter gehen. Aber irgendwie fehlte da noch was, eine Handlung zum Beispiel. Bis ich eines Tages in der Nähe von Solingen unterwegs war. Dort liegt Schloss Burg an der Wupper, DIE Burg schlechthin, die ich von unzähligen Ausflügen als Kind in- und auswendig kannte. Ich fuhr hin, kaufte mir ein Ticket und streifte durch die alten Gemäuer. Als ich wieder ins Freie kam, war die Geschichte quasi fertig – zumindest in meinem Kopf.

 

Der Arbeitstitel lautete „Ritternacht“. Wäre meiner Meinung nach ziemlich gut gekommen, war aber für den Verlag nicht aussagekräftig genug. Okay, die müssen es ja wissen. Ich schrieb ziemlich unbedarft drauflos und musste hinterher unter großen Schmerzen zwanzig Seiten kürzen – ohne Narkose!

Nachdem es endlich erschienen war, lief ich wochenlang in jeden Buchladen und stand dann andächtig vor dem Regal, weil ich kaum fassen konnte, dass es tatsächlich Wirklichkeit geworden war.